Gnissau ist eine Dorf in Süd-Ostholstein; ein Ortsteil der Großgemeinde Ahrensbök. Gnissau liegt im Dreieck Kiel-Lübeck-Hamburg am Rande der Holsteinischen Schweiz und ist eine guter Standort für das mittelständische Gewerbe, zum Wohnen und zum Leben. (Zur Anzeige dieser Seite benötigen Sie einen JavaScript-fähigen Browser.)
 
 
 
Direkt nördlich des 54. Breitengrades und westlich des 10° 30´ Längengrades befindet sich Gnissau in einer eiszeitlich geprägten Endmoränen-Landschaft, der Holsteinischen Schweiz. Im Westen durchzieht die Trave die guten Gnissauer Niederungsmoorwiesen, während der Ort selber auf meist sandigem Grund liegt und nach Osten hin die Ackerflächen bis auf 65 m Höhe ansteigen und der Boden lehmiger wird und damit recht fruchtbar ist.
Gnissau ist ein Ortsteil der Großgemeinde Ahrensbök.

Und so finden Sie uns: Anfahrtsskizze
Ein "Stadtplan" von Gnissau.
Eine kleine Bilderreise durch Gnissau. Im Winter und im Frühling.
Fotos vom Funkmast 2004

Ein wunderbarer alter Werbefilm über die Gnissana Meierei aus den 50er Jahren
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Gnissau hatte 1998 sein 800-jähriges Bestehen gefeiert, aus diesem Anlass hier etwas 

Es ist relativ schwierig, einen Zeitpunkt festzulegen, zu dem Menschen ihren Fuß auf Gnissauer Boden gesetzt haben. Bis vor ca. 30.000 Jahren beherrschten die Auswirkungen der Eiszeit unsere Gegend. Riesige Gletscher bedeckten mit ihrem Eis Ostholstein. Diese drückten mit ihrem unvorstellbaren Gewicht Felsen beiseite, schliffen sich in das Erdreich ein und schoben das Gestein und den steinigen Untergrund mit sich. Vor ihnen stauchten und türmten sich die Gesteine auf zu Moränenwällen, die unsere Landschaft seitdem prägen. In dieser vor- und frühgeschichtlichen Zeit lebten hier unsere Urahnen von der Jagd, vom Fischen und vom Sammeln von Früchten und Beeren, aber auch schon vom Anbau von Kulturpflanzen wie Gerste, Hirse, Weizen, Hafer und Roggen.
Im 5. Jahrhundert n.Chr. werden die Siedlungsspuren in Ostholstein immer spärlicher - die Völkerwanderung erfaßt auch unser Gebiet. Nur geringe Bevölkerungsreste verbleiben. Die gerodeten Flächen und das bestellte Land verwildern und Ostholstein bedeckte sich mit undurchdringlichen Eichenmischwäldern. Nur in Niederungsgebieten und an Flüssen und Seen gab es waldfreie Zonen.
Als sich die Wogen der großen Völkerwanderung gelegt hatten, war in das menschenleere Gebiet zwischen Kieler und Lübecker Bucht das slawische Volk der Wenden eingewandert. So ist denn auch der Name Gnissau, vormals Gnessow oder
Gnessowe als wendischer Siedlungsplatz einzuordnen. 

Am 18. Oktober 1198 wird die Gnissauer Kirche und damit der Ort Gnissau bzw. Gnessowe in der Bestätigungsurkunde des Papstes Innozenz III. für die Besitzungen des Augustiner Chorherrnstifts in Segeberg, dem auch die geistliche Gerichtsbarkeit im Kirchspiel bis in die Reformationszeit oblag, zum ersten Mal erwähnt. 
Die Gnissauer Besitzverhältnisse waren einem ständigen Wechsel ausgesetzt. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts noch gehörte die eine Hälfte der Güter dem Augustiner Chorherrnstift in Segeberg, die andere Hälfte dem Ahrensböker Karthäuserkloster. Schon am Anfang des 16. Jahrhunderts verkauften beide ihre Anteile, die in den Besitz des Henecke von Buchwald auf Pronstorf übergingen. 1599 erwarb Herzog Johann der Jüngere die Güter Gnissau, die er seinem Sohn, Joachim Ernst von Plön, vererbte. 1681 wurde Gnissau von seiner "adeligen Qualität" einschließlich der daraus erwachsenen Lasten befreit und dem Amt Ahrensbök einverleibt. Nach dem Aussterben des Herzoghauses Holstein-Plön 1761 unterstand das Amt Ahrensbök mit Gnissau dänischer Herrschaft. Im Zuge der deutsch-dänischen Auseinandersetzungen kam das Amt Ahrensbök 1867 an das Fürstentum Lübeck und bildete nun einen Teil des Großherzogtums Oldenburg. Mit dem sogenannten Vereinfachungsgesetz von 1933 wurden die Landgemeinden Ahrensbök und Gnissau sowie Teile der Gemeinden Siblin, Curau und Obernwohlde zusammen  mit der seit 1912 bestehenden Stadt Ahrensbök zur Gemeinde Ahrensbök zusammengefaßt. In diesem Umfange besteht die Gemeinde noch heute.
Die heute vorhandene Kirche ist die dritte; sie wurde 1882 auf dem Standort der zweiten Kirche errichtet und im Oktober 1883 eingeweiht.

hier einige Anmerkungen zur 800-Jahr Feier des Ortes.

Die Sage vom Teufel und der Glocke.

Als die alten Gnissauer Christen geworden waren, erbauten sie auf einem Hügel, der von der Gnisse umflossen wird, eine hölzerne Kirche und führten ein Gott gefälliges Leben. Darüber ärgerte sich der Teufel, denn nun entgingen ihm die Seelen der Gnissauer. Wütend gelobte er, den neuen Glauben auszurotten. Die frommen Gnissauer hatten nun begonnen, in den Turm ihrer neuen Kirche eine Glocke zubringen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit schafften sie die Glocke bis zur Turmtür. Am nächsten Morgen sollte sie auf den Stuhl gehoben werden. In der Nacht aber stieß der Böse die Glocke den Hügel hinunter, so daß sie in einen Hohlweg kollerte. Als am nächsten Morgen die frommen Männer vor der Kirche erschienen und die Glocke nicht mehr an ihrem Platz fanden, sagten sie:"Das hat der Böse getan, aber aufhalten soll er uns nicht!"
Sie begannen sogleich, die Glocke wieder den Hügel hinauf zu schaffen, brachten sie aber bis zum Abend nicht weiter als am Tag zuvor. Der Teufel spielte ihnen in der Nacht denselben Streich. So ging es noch es noch einige Male. Sein Ziel erreichte der Böse aber dennoch nicht, denn als es den Gnissauern nicht gelang, die Glocke auf den Turm zu bringen, brachen sie die Kirche auf dem Hügel ab und bauten im Tal eine neue. Von diesem Turm läutete bald die Glocke.

Eine andere Variante dieser Sage lautet folgendermaßen:

In Gnissau heißt die Gegend um den Dorfplatz, wo heute die Gedenksteine und die Friedenseiche für die gefallenen Krieger stehen, die Glockenkuhle. Dieser Name ist folgendermaßen entstanden: 
Als die Kirche gebaut werden sollte, kam der Teufel zu den Bauleuten, um seine Mithilfe anzubieten. Man wies ihn ab. Deshalb beschloß er Rache zu nehmen. Als die Kirche fertig war und die Glocken geläutet werden sollten, schlich sich am Tage vorher der Teufel in die Kirche, riß die Glocken vom Stuhl und warf sie in weitem Bogen aus dem Turm. Beim Aufprall auf die Erde zersprangen sie in tausend Stücke; und diese Stelle heißt seit dem die Glockenkuhle.

Kaspers Lepel.

Auf einer Koppel bei Gnissau tafelten die Unterirdischen oft, wenn die Leute pflügten. Da schlich sich einmal ein übermütiger Junge herzu und stahl ihnen einen silbernen Löffel vom Tische weg. Seit der Zeit hatte der Bauer keine Ruhe mehr bei der Arbeit, bis der Dieb entdeckt und der Löffel wieder auf dem Tisch der Zwerge hingelegt war. Auf ihm stand geschrieben:"Kaspers Lebel". Nach dieser Zeit verschwanden diese kleinen Leute, die nicht höher als drei bis vier Fuß, aber sehr dick waren und alle stets einen großen Hut trugen; sie ließen sich auf jener Koppel nicht wieder sehen.

Steinkreuz (Steenkrütz).

Im Kirchspiel Gnissau liegt ein Dorf Steinkreuz. Einst stand in der Nähe ein Schloß, wo ein reicher Graf wohnte, der eine wunderschöne Tochter hatte. Sie hatte ein heimliches Einverständnis mit einem jungen Mann; der Vater aber war hart und stolz und sie wagten nicht, ihm ihre Liebe zu gestehen. Schon oft hatten sie in der Nacht an dem Orte sich zusammen gefunden, wo jetzt das Dorf steht. Einmal war auch das Fräulein vom Schloß gegangen und erwartete den Geliebten wieder an der Stelle. Als dieser aber kam, fand er seine Braut von einem Bären zerrissen; vor Schmerz und Trauer ermordete er sogleich auch sich selbst.
Zur Erinnerung an dies traurige Ereignis ward ein steinernes Kreuz errichtet, das dem Dorfe seinem Namen gab und dessen Trümmer noch heute zu sehen sind.

Krischaan Ramm sin Dood!

Scharp weiht de Wind dorch dat Steenkrützer Reller
de hungri Voss bellt achtern hoogen Barg,
de Schnie schient in de Nach und mak ehr heller
de ganze Eer Brich witte Farw.

De Klock schleid elm, de Finster sünd all düster,
und Krischaan Ramm kümp von Steenkrütz,
hei gööt sich mächti een in den Nüstern
und leggt denn Kopp hin achtern Knick.

Hei slöpp und slöpp bed annern Morgen,
de ersten Minschen gaaht vörbi.
Min leeve Krischaan weer verfroren,
wer witt und kolt, so as de Schnie.

So laad see em denn opp denn Waagen
und föhrt em hin natt Sprüttenhuus.
De Jungs, de füng nu an to klaagen,
mit ehrn Krischaan weer datt ut.

See harn denn Krischaan all so geern
und smeiden ein ock mul mit Steen.
Nu kunn hei sick nee mehr verfeehren
und kunn sin Huus ock nee mehr seehn.

Hoolt ju denn Kopp ganz pick na baaben,
gaat ju in Winter na Steenkrätz.
Sünst laad see ju ock opp denn Waagen
und führt ju dörch de Farwertwiet.

(tlw. aus der Gnissauer Dorfchronik übernommen; Jürgen Drews: "Gnissau 1198-1998", Beiträge zur Geschichte des Dorfes) 

Postleitzahl:  23623  
Vorwahl 04556  
Land Schleswig-Holstein  
Kreis Ostholstein  
Kreisstadt Eutin  
Gemeinde Ahrensbök  
Dorfvorstand Dorfvorsteherin:
Karina Lund, 
Kirchstr. 15,
tel. 04556-981994
  stellvertretender Dorfvorstand:
Henning Dörge,

Angelika Berger, 
Dirk Häcker,
Gert Wieser

 
Seniorenbeauftragte Helga Runge-Koch  Ahrensböker Str.
Einwohnerzahl  792  
Kirche evangelisch-lutherische St.Katharinen-Kirche  Pastor Harro Teckenburg
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Tiere ca. 25 Pferde & Esel
ca. 90 Rinder
ca. 130 Schweine
ca. 30 Schafe
div. Hunde, Katzen, Gänse,
Enten, Hühner, Tauben,
Kakadus, Fische
2001 ein Storchenpaar, leider in den Folgejahren nur sporadisch aufgetaucht
 
Größe ca. 735 ha  
Gewerbebetriebe ca. 20  
Landwirtschaftliche Betriebe 4 Haupterwerbsbetriebe  
Dienstleistungen Gemeinschaftsarztpraxis
Kindergarten
Jugendhaus
 
Vereine Freiwillige Feuerwehr
Turn- & Sportverein
Kirchenchor
Stichelweiber
Kulturverein e.V.